Schleusen fahren mit dem Hausboot
Schleusen fahren mit dem Hausboot

Für viele ist das Schleusen der Moment, bei dem die Nervosität steigt. Das Boot ist groß, das Schleusentor wirkt eng und man hat Angst, alles falsch zu machen.
Die gute Nachricht zuerst: Schleusen fahren ist kein Hexenwerk. Und nach der ersten Schleuse ist die Angst meist komplett weg.
Warum Schleusen nötig sind
Schleusen gleichen Höhenunterschiede im Fluss aus. Das Boot wird langsam angehoben oder abgesenkt und somit eine durchgängige Schifffahrt gewährleistet.
Innerhalb der etwa 100 km langen Charterstrecke von Calbe bis Merseburg gibt es 10 Schleusen, davon sind 7 fernbedient und 3 Selbstbedienungsschleusen.
Fernbediente Schleusen – entspannter als gedacht
Der Ablauf ist einfach:
Man meldet sich telefonisch an, wartet auf die grüne Ampel und fährt langsam ein. Dann legen Sie an einer Seite an und halten sich mit den Leinen in Position. Die Schleuse arbeitet dann selbstständig. Sie füllt oder leert sich, je nach Fahrtrichtung.
Das Wichtigste hier ist Geduld. Kein Drängeln, kein Gas geben. Erst loslassen, wenn die Ampel in der Schleuse auf grün schaltet. Alles passiert in Ruhe.
Selbstbedienungsschleusen – Schritt für Schritt
Daneben gibt es in Richtung Halle/ Merseburg auch Selbstbedienungsschleusen. Das klingt erstmal komplizierter, ist es aber nicht.
Der Schleusenvorgang wird vor Ort, über eine Stange, ausgelöst. Dann fährt man in die Schleuse ein, hält sich fest und löst ein weiteres Mal mit der Stange aus. Die Abläufe sind klar beschildert. Man folgt den Schritten, wartet die jeweiligen Phasen ab und fährt danach wieder entspannt aus.
Auch hier gilt: langsam, aufmerksam und ohne Eile.
Typische Fehler und wie man sie vermeidet
Die häufigsten Fehler passieren nicht aus Unwissen, sondern aus Nervosität und Selbstüberschätzung.
Zu schnell einfahren, zu hektisch manövrieren oder die Leinen zu fest belegen.
Unser Tipp: Lassen Sie sich Zeit, handeln Sie überlegt und ganz wichtig- kommunizieren Sie klar mit Ihrer Mannschaft.

Fieren ist ein Begriff aus der Schifffahrt – das kontrollierte Nachlassen oder „Lose-Geben“ einer Leine oder Kette.
Niemals die Leinenfestmachen und darauf achten, dass sie sich nicht überkreuzen.
Unsere Erfahrung aus der Praxis
Wir erleben es regelmäßig, dass Gäste vor der ersten Schleuse unsicher sind. Nach der zweiten oder dritten Schleuse kommt oft die Erleichterung. Viele sagen danach, dass sie sich völlig umsonst Sorgen gemacht haben.
Bei uns bekommen Sie vor dem Start eine ausführliche Einweisung. Wir erklären das Boot und auch, wie das Schleusen funktioniert. Wir zeigen Ihnen, welche Leinen und Klampen an jedem Boot verwendet werden.
Fazit
Schleusen gehören zum Hausbootfahren dazu und sind Teil des Erlebnisses. Sie sind sicher, gut organisiert und auch für Einsteiger problemlos machbar. Schnell entwickelt sich eine Routine und die Handgriffe sitzen.
Wer ruhig bleibt und sich an die Abläufe hält, merkt: Das ist einfacher, als es aussieht.
