Die Überführung der Octofly C –
Von Fürstenberg nach Bernburg

Die Überführung der Octofly C –
Von Fürstenberg nach Bernburg

Die Überführung unserer neuen Octofly von Fürstenberg nach Bernburg war genau die Art von Tour, wegen der man Hausbooturlaub liebt. Sonne, ruhiges Wasser, entspannte Etappen und jeden Tag neue Eindrücke entlang der Strecke.
Mit ihren 15 Metern Länge macht die Octofly direkt Eindruck. Trotzdem lässt sie sich erstaunlich entspannt steuern. Bug- und Heckstrahlruder nehmen viel Stress beim Anlegen oder in engen Häfen raus. Gerade auf längeren Strecken merkt man schnell, wie angenehm sich das Boot fahren lässt.
Schon nach den ersten Kilometern war klar, wie durchdacht das Raumkonzept ist. Vier große Kabinen mit eigenem WC und Dusche bieten locker Platz für 8 bis 10 Personen. Niemand muss sich morgens abstimmen oder warten. Das macht gerade Reisen mit Freunden oder Familie deutlich entspannter.
Der riesige Salon wurde schnell zum Mittelpunkt an Bord. Große Fenster, viel Licht und eine voll ausgestattete Küche mit Mikrowelle, Spülmaschine und TV sorgen dafür, dass man sich eher wie in einem schwimmenden Ferienhaus fühlt als auf einem Boot. Besonders angenehm war der untere Steuerstand. Von dort hat man einen hervorragenden Überblick und sitzt auch bei längeren Fahrten sehr komfortabel.
Eines der Highlights war die überdachte Frühstücksterrasse am Heck. Morgens bei Sonnenschein direkt am Wasser zu frühstücken hat einfach etwas Besonderes. Dazu die Badeplattform direkt dahinter. Perfekt für spontane Pausen oder einen Sprung ins Wasser.
Auch das Sonnendeck wurde intensiv genutzt. Oben am zweiten Steuerstand mit Bimini, Sonnenliegen und Gasgrill spielt sich an warmen Tagen fast das komplette Bordleben ab. Während einer steuert, genießen die anderen die Aussicht oder bereiten das Abendessen vor.
Ein echtes Erlebnis war die Fahrt durch die Stadt Brandenburg. Mit einem 15 Meter langen Hausboot langsam durch die Stadt zu gleiten, vorbei an historischen Gebäuden, Brücken und Uferpromenaden, bleibt definitiv in Erinnerung.
Genau solche Momente machen eine Überführungstour besonders.

Ein weiteres Highlight war die Passage durch das Schiffshebewerk Rothensee bei Magdeburg. Nach einem kurzen Anruf wurde es uns freundlicherweise ermöglicht, dieses beeindruckende Bauwerk mit der Octofly zu nutzen.
Ein Moment, den man so schnell nicht vergisst.
Das Schiffshebewerk Rothensee selbst ist weit mehr als nur ein technisches Bauwerk. Es wurde 1938 eröffnet und galt damals als ingenieurtechnische Meisterleistung. Heute ist es das zweitälteste von nur vier noch betriebenen Hebewerken in Deutschland und das einzige noch aktive Zweischwimmerhebewerk des Landes.
Für moderne Großmotorgüterschiffe sind die Abmessungen inzwischen allerdings zu klein geworden. Deshalb verfügte das Bundesverkehrsministerium 2006 die Stilllegung der Anlage. Die Entscheidung sorgte in der gesamten Region für großen Widerstand. Über 56.000 Protestunterschriften kamen damals innerhalb kurzer Zeit zusammen und wurden dem Bundesverkehrsministerium in Berlin übergeben.
Gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt, regionalen Akteuren und dem Förderverein Technische Denkmale Sachsen-Anhalt setzte sich die Stadt Magdeburg über Jahre für den Erhalt ein. Mit Erfolg. Seit 2013 wird das Schiffshebewerk saisonal wieder für touristische Zwecke betrieben. Heute nutzen vor allem Fahrgastschiffe, Sportboote und kleinere Wasserfahrzeuge die historische Anlage.
Besonders spannend ist die direkte Nachbarschaft zur modernen Sparschleuse. Dort sieht man unmittelbar den Unterschied zwischen historischer Ingenieurskunst und heutiger Wassertransporttechnik. Genau das macht einen Besuch in Rothensee so besonders.

Nach mehreren wunderschönen Tagen bei bestem Wetter erreichten wir mit der Octofly schließlich ihren neuen Heimathafen in Bernburg an der Saale. Jetzt ist sie bereit für ihre ersten Gäste und wir sind sicher, dass man mit diesem Boot, welches nun den Namen „Bernburg“ trägt, viele unvergessliche Urlaube erleben wird.